German Archives - First Draft

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Ressourcen auf Deutsch

Autorin: Ryan Watts, Alexandra Ma, Nic Dias

Aktuell steht für Journalisten die Frage im Fokus, wie sie Fehlinformationen aufdecken können. Das bedeutet, dass weitaus weniger darüber geschrieben wird, wie Unterhaltungen auf sozialen Netzwerken überwacht werden können, oder wie schnell und wo genau sich falsche Informationen verbreiten. Dennoch gibt es einige Tools, die (1) Journalisten helfen können, Informationen online in Echtzeit mitzuverfolgen und die (2) zum Prüfen von Fakten und Verifizieren von Beiträgen in den Arbeitsablauf integriert werden können.

Im Rahmen des Projekts „Wahlen in Großbritannien“ von Full Fact und First Draft überwachten wir 33 Tage lang eine Vielzahl von Online-Unterhaltungen. Unsere nachfolgend vorgestellten täglichen Arbeitsabläufe sollen Journalisten als eine Art Wegweiser dienen, mit dessen Hilfe sie schnell auf berichtenswerte Online-Unterhaltungen reagieren und den Fluss an Fehlinformationen eindämmen können.

Die Ergebnisse

daily emails

Zweimal täglich schickten wir Abonnenten E-Mails.

Jeden Tag erstellten wir zwei Newsletter, welche wir dann einmal morgens und einmal nachmittags an unsere Redaktionspartner weiterleiteten.

Der morgendliche Newsletter sollte unsere Partner über berichtenswerte Unterhaltungen und Social-Media-Inhalte informieren, die in unseren Augen zunehmend an Beliebtheit und Dynamik gewannen.

Der Schwerpunkt der Nachmittagsmail lag hauptsächlich darauf, irreführende Social-Media-Posts zu überprüfen oder aufzuklären, aktuelle Trends mit möglichen politischen Auswirkungen zu analysieren, sowie die Unterschiede zwischen den Mainstream-Berichterstattung und den Unterhaltungen im Netz zu verdeutlichen.

Die Strukturen

Bevor wir unseren ersten Newsletter verschickten, verbrachten wir zunächst eine Woche mit weitreichenden Vorbereitungen: Wir erstellten eine Liste mit Webseiten, die sich größtenteils mit fabrizierten Nachrichten und satirischen Inhalten zu Großbritannien befassten, Blogs von extremen Parteianhängern, politisch ambitionierten Facebookseiten und -gruppen, sowie Subreddits und Twitter-Hashtags, deren Überwachung wir für wichtig hielten. Dafür verwendeten wir Tools zur Analyse von Social-Media-Trends, wie Trendolizer, CrowdTangle und NewsWhips Spike. Während der Wahlen erweiterten wir diese Listen regelmäßig. Bis zum 8. Juni hatten wir bereits 402 Quellen und Themen mitverfolgt sowie 34 Millionen Tweets und 220.000 Facebook-Posts auf unserem Server gesammelt.

Mit der Hilfe von Trendolizer konnten wir virale Inhalte in Echtzeit und über alle sozialen Plattformen hinweg aufspüren. Außerdem ermöglichte uns das Tool, anhand verschiedenster Parameter Suchanfragen zu erstellen, um relevante und beliebte Posts zu finden. Wir fügten eine Reihe für die Wahlen relevanter Suchbegriffe hinzu und erstellten auf diese Weise Tweetdeck-ähnliche „Säulen“, die den Erfolg eines Posts anhand unterschiedlicher Kriterien beurteilten, beispielsweise wie oft er innerhalb von 24 Stunden geteilt wurde. Für jede neue Problematik, mit der wir uns befassten, erstellten wir eine neue separate Säule für das jeweilige Thema.

Ein Blick auf unser Trendolizer-Dashboard.

Ein Blick auf unser Trendolizer-Dashboard.

Facebooks Tool CrowdTangle half uns, Posts zu finden, die auf bestimmten Facebookseiten überdurchschnittlich gut ankamen (d. h. sie riefen mehr Reaktionen hervor, als für die Seite üblich waren).Um detailliertere Statistiken zu Social-Media-Posts und -Artikeln zu generieren, verwendeten wir Newswhips Spike: ein Tool, das die erfolgreichsten Artikel hervorhebt und zuverlässige Prognosen für deren zukünftige Teilungsrate erstellt.

Um umfassendere, mit vielen Hashtags versehene Unterhaltungen auf Twitter zu beobachten, benutzten wir Trendsmap, welches das Wachstum und die geografische Verbreitung der verwendeten Hashtags und Schlagwörter auf Twitter aufzeichnet. Auch zum Identifizieren von Trends, die die Verbreitung von Tweets vorantreiben und zum Abschätzen der Mindestanzahl von automatisierten Accounts, die diese Tweets geteilt haben, erwies sich das Tool als nützlich.

Trendsmap ermöglichte es uns, bildlich darzustellen, wo bestimmte Unterhaltungen stattfanden.

Trendsmap ermöglichte es uns, bildlich darzustellen, wo bestimmte Unterhaltungen stattfanden.

Herkömmliche Nachrichtenquellen nahmen wir ebenfalls in unsere Analyse auf. Jeden Tag verfolgten wir die Titelseiten der Zeitungen und hörten die wichtigsten britischen Morgenshows im Radio (wie Today auf BBC 4, Steve Allen auf LBC und Wake Up to Money auf BBC 5), um die Berichterstattung der Mainstream-Medien mit den Unterhaltungen auf Social Media vergleichen zu können.

Zur Datenerhebung von öffentlichen Posts auf Facebook und Twitter, erstellten wir für beide Netzwerke jeweils einen Server, auf dem wir einen Monat vor der Wahl anfingen, die Daten zu sammeln.**

Dank unseres Facebook-Servers konnten wir herausfinden, wo und wann sich Facebookseiten und -gruppen mit speziellen Links und Themen beschäftigten. Zusätzlich erlaubte der Server es uns, thematische Unterschiede in Unterhaltungen zu untersuchen, die an verschiedenen Punkten auf dem politischen Spektrum einzuordnen sind. Allgemein war es uns mit den Daten möglich, unsere Analysen, sofern nötig vielseitiger zu gestalten.

Tweets wurden ganzheitlich auf unserem Twitter-Server archiviert, darunter auch mindestens einer der von uns ermittelten Hashtags oder Domains. Diese erwiesen sich als nützlich, um die relative Beliebtheit verschiedener Domains und Hashtags zu beobachten und halfen dabei, die Rolle, die die Urheber der Inhalte bei diesen Trends spielten, zu beurteilen. Indem wir nach neuen Hashtags in unserem Datensatz suchten, konnten wir unser Netzwerk an gesammelten Informationen regelmäßig erweitern.

Die Schlussfolgerungen

1) Nicht nur der Inhalt eines Social-Media-Posts, sondern auch seine Leistungsstatistiken könnten für Faktenprüfer eine Quelle von nützlichen Informationen sein. Abgesehen von dem Wahrheitsgehalt einer Aussage, konnten wir feststellen, wie wichtig ein bestimmter Post für einen Trend oder eine größere Systematik sein würde. Ein äußerst wichtiger Punkt, wie sich herausstellte, da es ständig zu viele Informationen zu überprüfen gab. Da wir die Vielzahl von Social-Media-Inhalten von einem durch Daten fundierten Standpunkt aus betrachteten, konnten wir unseren Redaktionspartnern wertschöpfende Analysen zusenden. Als beispielsweise eine nationalistische Facebookseite ein irreführendes Video von einem angeblichen Angriff eines Flüchtlings postete, wussten wir, aufgrund der sich abzeichnenden Muster ähnlicher Posts auf dieser Seite und dem ebenfalls ähnlichen Ausmaß der Reaktionen, dass wir dem Video nicht zu viel Zeit widmen müssten.

2) Schnelligkeit ist für Analysetools unabdingbar. Das wurde durch die rasante und sintflutartige Arbeit des täglichen Faktenprüfens und Verifizierens deutlich. Vor allem unsere Server zur Datensammlung ermöglichten es uns, Daten auf Arten zu analysieren, wie wir es sonst nicht gekonnt hätten und half uns somit bei einigen unserer Berichte. Trotzdem bedeutete die Vielzahl an Funktionen von benutzerfreundlichen Tools wie Trendsmap, dass wir diese bevorzugt, also noch vor unseren Servern, als erste Anlaufstelle benutzten.

3) In erster Linie verdeutlichte unser Projekt noch einmal, wie wichtig es ist, übergreifende Social-Media-Trends und -Muster zu überwachen. Das gilt ebenfalls für individuelle Geschichten oder Posts, auf die sich Redaktionen oftmals fixieren. Indem wir weitreichendere Unterhaltungen wahrnahmen, konnten wir uns auf Themen konzentrieren, die den Wählern online wichtig waren, wie das taktische Wählen, die Wählerregistrierung oder gesellschaftliche Fragen – und nicht die Verhandlungen zum Brexit, beispielsweise.

 

Nachtrag

* Wir konzentrierten uns vor allem auf die folgenden Themen: Brexit, Klimawandel, Immigration, Gesundheitswesen, Verteidigungspolitik, Polizei und Strafverfolgung, Renten und Bildung. Nachdem Theresa May einen Kommentar zur Fuchsjagd veröffentlicht hatte, entschieden wir uns, das Thema der Jagd auf Tiere ebenfalls in unsere Analyse aufzunehmen. Auf diese Weise fanden wir heraus, dass die Fuchsjagd und Tierquälerei auch im Nachhinein weiterhin Thema waren und das, obwohl Theresa May bereits aufgehört hatte, ihren Standpunkt hierzu zu erwähnen.

** Um Posts von öffentlichen Facebookseiten und -gruppen abfragen zu können, passten wir Skripte von Max Woolf unseren Anforderungen an. Wir behielten unsere Listen mit Seiten und Gruppen, die von den Skripten in Google Tabellen aufgegriffen werden sollten. Die Tabellen legten zusätzlich die Ablauffolge unserer Skripte fest und die Tatsache, dass Google Tabellen so einfach zu teilen sind, bedeutete, dass Teammitglieder jederzeit neue Seiten oder Gruppen zu unserer Sammlung hinzufügen konnten. Aktuelle Beiträge wurden stündlich neu abgefragt, sodass wir die Entwicklung individueller Beiträge mitverfolgen konnten. Ein drittes Skript bereitete die Daten, ebenfalls stündlich, für den Export via Zipdateien vor, die von einem simplen HTTP-Server heruntergeladen konnten. So war es Teammitgliedern möglich, unabhängig aktuelle Facebook-Daten herunterzuladen, ohne Dateien über den Terminalserver übertragen zu müssen.

Für das Sammeln von Tweets richteten wir auf einem zweiten Server Social Feed Manager (SFM) ein, mit dessen Hilfe auch Nicht-Programmierer Datensammlungen anlegen, überarbeiten und exportieren können. Zur Datenerhebung nutzten wir hauptsächlich die Twitter-eigene Schnittstelle, Search API, die wir stündlich abfragten. Wir hatten uns gegen die Nutzung von Twitters Streaming API entschieden, da wir einen Datenverlust bei Änderungen der query-Parameter oder Serverproblemen vermeiden wollten. Die API-Keys wurden je nach Bedarf von unserem Systemadministrator generiert, Journalisten durften dies aber auch selber tun.

Serverinformationen:
Facebook – 8GB RAM, 4 CPUs, 60GB SSD-Festplatte
Twitter – 16GB RAM, 8 CPUs, 160GB SSD-Festplatte


Facebook und Google News Lab unterstützten First Draft und Full Fact in ihrer Zusammenarbeit mit großen Redaktionen, um die sich während der britischen Parlamentswahlen ausbreitenden Gerüchte und Fehlinformationen im Internet zu thematisieren.

Dies ist der zweite Teil einer Reihe von Blogposts zum Projekt „Wahlen in Großbritannien“ von Full Fact und First Draft.Teil 1 finden Sie hier: Wahlen in Großbritannien: Das haben wir von unserer Arbeit mit Full Fact gelernt

Autorin: Matteo Moschella, Ryan Watts

Als am 18. April die britischen Parlamentswahlen angekündigt wurden, hatten wir nicht vor, uns damit zu befassen. Zum einen schien es recht schwierig, bis zum 8. Juni etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen. Außerdem hielten wir es – angesichts der Beobachtungen unseres CrossCheck-Teams bei den französischen Wahlen – für unwahrscheinlich, dass sich in Großbritannien eher Fehlinformationen verbreiten würden als in Frankreich.

Doch als der 1. Mai kam, hatten wir unsere Meinung wieder geändert. Als wir über die 67 Geschichten nachdachten, die wir während unseres CrossCheck-Projekts aufgedeckt hatten, wurden uns zwei Dinge bewusst:

  1. Desinformation gibt es in vielen Variationen. Vielleicht würde es im Vereinigten Königreich keine fabrizierten Artikel à la „Der Papst unterstützt Trump“ geben. Dafür aber jede Menge Übertreibungen und irreführende Inhalte auf Webseiten von extremen Parteianhängern, sowie Memes, manipulierte Fotos und Videos.
  2. Um Fehl- und Desinformationen zu bekämpfen, braucht man erfahrene Faktenprüfer sowie Social-Discovery- und Verifikationsspezialisten, die Seite an Seite zusammenarbeiten. Während des CrossCheck-Projekts hatten wir uns nicht allzu sehr mit den technischen Feinheiten des Faktenprüfens auseinandergesetzt. Frankreich zeigte uns allerdings, dass wir dies in Zukunft tun müssen.

Bislang wurden Faktenprüfung und Verifikation als zwei unterschiedliche journalistische Fertigkeiten angesehen. Demnach ist die forensische Analyse eines überarbeiteten Videos, das vorgibt zu zeigen, wie Migranten eine Frau attackieren, etwas anderes als wenn man die Behauptung eines Politikers, dass eine gewisse Anzahl von Migranten in das Land gekommen sei, auf dessen Fakten überprüft. Dies ist für die Leser allerdings unwichtig, da sie lediglich wissen möchten, was der Wahrheit entspricht und was nicht.

Die in Großbritannien führende, unabhängige Faktenprüforganisation, Full Fact, verfügt über sieben Jahre Erfahrung mit dem Überprüfen von politischen Behauptungen und meint: “Viele Menschen erhalten ihre Nachrichten über die sozialen Medien. Deshalb müssen Faktenprüfer immer auf dem Laufenden sein, was die Unterhaltungen dort betrifft. Außerdem kann die Verifikation von Social-Media-Inhalten mithilfe von Faktenprüfung ein höheres Maß an Qualität aufweisen: Anstatt lediglich auf den Artikel zu verweisen, wo ein Meme seine Informationen herhat, können Faktenprüfer deren Primärquelle finden und dessen Wahrheitsgehalt ermitteln.“

Also schlossen sich First Draft und Full Fact in der Hoffnung zusammen, die beiden Fertigkeiten des Faktenprüfens und Verifizierens miteinander zu vereinen. Bisher waren Organisationen, wie die unseren, in unterschiedlichen Kreisen unterwegs, gingen zu unterschiedlichen Konferenzen und kämpften um die gleiche finanzielle Förderung. Weiterhin getrennt voneinander zu arbeiten, ergab jedoch keinen Sinn mehr.

Gemeinsam überwachten wir Online-Unterhaltungen zu den Wahlen und versorgten Redaktionen zweimal täglich mit einem Newsletter über Informationen, die sich unseres Erachtens nach zu einem Trend entwickeln könnten. Wir beobachteten die Hauptgesprächsthemen im Netz und ermittelten, welche der online geteilten Inhalte, Gerüchte und Behauptungen ungenau oder falsch waren. Innerhalb der dreieinhalb Wochen vor dem Wahltag verschickten wir insgesamt 33 Newsletter. Diese Newsletter beinhalten wertvolle Informationen für den Beginn der Projektauswertung, in gewissem Maße eine Obduktion der Wahlen.

Die folgenden Aspekte wurden durch das Projekt deutlich:

  1. Faktenprüfer und Verifikationsspezialisten müssen viel enger zusammenarbeiten als bisher.
  2. Faktenprüfer sollten sowohl offizielle Quellen als auch Online-Unterhaltungen in Echtzeit mitverfolgen.
  3. Zu entscheiden, was aufgeklärt werden sollte, ist nicht einfach. Es gab viele Artikel, Memes und Fotos, die wir nicht angerührt haben. Denn wir wussten, dass unser Eingreifen unnötig Aufmerksamkeit auf Inhalte lenken würde, die bislang nur ein sehr kleines Publikum erreichten. Doch diese Entscheidungen zu treffen, stellte jeden Tag eine Herausforderung dar.
  4. Wir müssen aufhören, uns über fabrizierte Nachrichtenseiten (oder auch „Fake News“) den Kopf zu zerbrechen und anfangen, uns mehr Gedanken über Memes – lebhafte mit Texten versehene Bilder – zu machen. Durch die Arbeit mit verschiedenen Wahlkontexten wird deutlich, dass Fehlinformationen anhand von Memes effektiv verbreitet werden.
  5. Wir müssen anfangen, Seiten von extremen Parteianhängern ernst zu nehmen. Sie sind einer der Orte, an denen der Wahlkampf ausgefochten wird.

Über die vergangenen vier Wochen hinweg überwachten First-Draft-Experten, die sich auf die Verifikation von Inhalten und die Nachrichtenauswahl auf sozialen Medien spezialisieren, das Social Web mithilfe von ausgefeilten Scraping-Technologien. Zusätzlich verwendeten sie einige der klügsten Technologie-Plattformen (darunter auch NewsWhip, Trendolizer, Crowdtangle, Trendsmap und Signal), um Gerüchte, Statistiken und Grafiken zu ermitteln, die es zu überprüfen galt. Wie Full Fact zugab, wäre ihnen normalerweise gar nicht aufgefallen, dass sich bestimmte Gerüchte verfestigten, da sie schlichtweg nicht nach ihnen Ausschau hielten.

Die Online-Unterhaltungen zu den Wahlen drehten sich um spezifische Themen, wie die NHS oder Steuern, und zeichneten sich durch ein verstärktes Teilen von Grafiken aus, die fälschliche Informationen zu einer gewissen Thematik beinhalteten.

Unser Team konnte zwar die digitalen Spuren desjenigen untersuchen, der eine politische Grafik oder ein Meme ursprünglich gepostet hatte. Allerdings mussten wir auch schnell feststellen, wie häufig diese Bilder auf der „vermeintlichen Glaubwürdigkeit und Echtheit“ von Statistiken und vergangenem Abstimmungsverhalten beruhten, und diese dann mit überzeugendem Bildmaterial und leicht nachvollziehbaren Beispielen kombinierten.

Die am meisten verbreiteten Inhalte während der gesamten Wahlen basierten auf der NHS. Ein Video auf der Facebookseite „NHS Roadshow“ wurde im Laufe des Wahlkampfes 10 Millionen Mal angeschaut und wurde von Full Fact einer intensiven Faktenprüfung unterzogen, bei der jede Behauptung einzeln untersucht wurde. Sie kamen zu dem Schluss, dass viele der Behauptungen in dem Video größtenteils der Wahrheit entsprachen, manche jedoch nicht zweifelsfrei überprüft werden konnten.

Abgesehen vom Gesundheitswesen, so behauptete ein Meme, habe die jüngste Regierung der Conservatives die Staatsschulden um ein Vielfaches erhöht und zwar mehr als “alle Premierminister der Labour-Partei zusammengenommen”.

Dies ist allerdings kein fairer Vergleich, da sich sowohl die Wirtschaft als auch die Regierung im ständigen Wachstum befinden. Das interessiert diejenigen, die solche Aussagen teilen, allerdings herzlich wenig.

Politiker wurden falsch zitiert und auch ihre politischen Handlungen im öffentlichen Amt wurden oft aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt. Ein Bild, in dem Theresa May ein homophobes Zitat zugeschrieben wird, verbreitete sich rasend schnell und das, obwohl es keine Beweise für die Echtheit des Zitates gab und der Erschaffer des Memes scheinbar zugab, dass es fingiert worden war. Es kursierten auch Bilder im Netz, die falsche Behauptungen zu David Davis Spesenabrechnung und Damien Greens Einstellung zu Arbeiterrechten verbreiteten. Und auch ein Meme mit fälschlichen Aussagen zum Abstimmungsverhaltens der Premierministerin in ihrer Zeit als Parlamentsmitglied wurde 1.500-mal auf Facebook geteilt.

Statistiken sorgen für einen zusätzlichen Anschein an Glaubwürdigkeit und verbessert die Chancen von Behauptungen, online geteilt zu werden. Als die Öffentlichkeit nach den Terroranschlägen in London und Manchester von den Kürzungen der Polizeikräfte erfuhr, wurden durch Grafiken vereinfachte Sachverhalte eines komplexen Themas verbreitet und in Memes sogar auf noch gröbere Aussagen reduziert. Im Zuge des Wahlkampfes veröffentlichte Full Fact seine eigenen Erkenntnisse zu diesem Thema, dennoch sind die älteren Bilder weiterhin im Umlauf. Andere beliebte Grafiken, wie die Abbildung eines unverhältnismäßigen Säulendiagramms, das mehr als 40.000 Mal auf Facebook geteilt wurde, verdeutlichen die Allgegenwärtigkeit von irreführenden Statistiken.

Zuweilen sind diese Bilder ästhetisch sehr eindrucksvoll, ziehen die visuelle Grammatik des Internets in Betracht und sind in ihrer Erstellung recht aufwendig. Sie sehen oft aus, als stammen sie von professionellen Quellen und werden trotz der Tatsache, dass sie Fehlinformationen verbreiten, geteilt. So auch die Infografik vom “Magischen Geldbaum” der Labour-Partei, die von mehr als 4.000 Usern retweetet wurde.

Unsere Partner bei Full Fact fassten das Projekt wie folgt zusammen:

“Es gab einige Gründe, warum diese Wahlen anders waren. Es gab Terroranschläge, die den öffentlichen Wahlkampf zum Stillstand brachten – aber nicht das Internet. Außerdem fehlte es den politischen Kampagnen merklich an Fakten. Es wurden viele Versprechen für die Zukunft gegeben, ohne jedoch groß zu erklären, was die Umsetzung dieser Versprechen im Hier und Jetzt benötigten. Dies kam sogar so häufig vor, dass wir einen Artikel darüber schrieben, was von den Parteien außen vorgelassen wurde.

Das Allerwichtigste, das wir von First Draft gelernt haben, war, wie wichtig es ist, auch die unkonventionellen Nachrichtenquellen umfassend zu beobachten. Erst durch First Drafts Verwendung von Tools wie Trendolizer und NewsWhip, konnten wir sehen, was die Menschen wirklich fragten. Eine unserer beliebtesten Untersuchungen galt einem Video über die NHS und einer Infografik zur britischen Wirtschaft, die sich im Netz rasant schnell verbreitet hatten. Als wir unsere Schlussfolgerungen veröffentlichten, wurden diese von weitaus mehr Leuten geteilt als unsere üblichen Faktenprüfungen, da es sich hierbei um Dinge handelte, die die Menschen bereits interessierten.

Aufgrund unserer Zusammenarbeit mit Journalisten, die zweimal täglich Newsletter zusammenstellten, mussten wir reaktionsfähigere und abwechslungsreichere Inhalte erstellen, die von den Mainstream-Nachrichten des Tages unabhängig waren.“

Unsere Zusammenarbeit erwies sich während dieser abrupten Parlamentswahlen als außerordentlich wertvoll und lässt uns hoffen, dass dies erst der Anfang war. Die Präzision der Faktenprüfung vereint mit der Fähigkeit, schnell zu erkennen, welche Behauptungen sich ausbreiten, kann uns dabei helfen, die Öffentlichkeit mit verifizierten und wahrheitsgemäßen Informationen zu versorgen.

Facebook und Google News Lab unterstützten First Draft und Full Fact in ihrer Zusammenarbeit mit großen Redaktionen, um die sich während der britischen Parlamentswahlen ausbreitenden Gerüchte und Fehlinformationen im Internet zu thematisieren.

Wenn Sie im Alltag oder auf der Arbeit Zeuge verstörender Ereignissen werden, dann ist es möglich, dass Ihr Gehirn ähnliche traumatische Symptome entwickelt, wie die eines direkten Traumaopfers – auch ohne, dass Sie selbst körperlich anwesend waren. Unser Gehirn ist so konzipiert, dass es uns vor vermeintlichen Bedrohungen, die unsere Sicherheit gefährden, schützt. Wenn wir etwas Unerwartetes sehen, untersucht unser Gehirn das Gesehene und entscheidet daraufhin, ob es sicher und harmlos ist oder, ob wir schnell handeln müssen. Stresshormone, wie zum Beispiel Cortisol, werden im Körper ausgeschüttet, um uns auf das Handeln vorzubereiten. In Extremsituationen bedeutet dies „kämpfen, flüchten oder erstarren“. Im Alltag können sich solche Erlebnisse in Aggressionen oder Reizbarkeit sowie Vermeidung oder Eskapismus umwandeln und mitunter zu Alkohol- und Drogenkonsum oder sozialem Rückzug und Depressionen führen.

Obwohl diese Auslöser relativ klein erscheinen mögen – und manchmal sogar für das Bewusstsein überhaupt nicht wahrnehmbar sind – können sie dennoch eine kumulative Wirkung haben. Dies bedeutet, sekundärtraumatische Erlebnisse können sich mit der Zeit immer weiter anhäufen. Sogar geringe Ausschüttungen dieser natürlichen Hormone im Körper können das physische Wohlbefinden beeinträchtigen.

Sollten Sie in der Vergangenheit schwierige Erlebnisse durchgemacht haben, dann können diese Ihre Reaktion auf traumatische Bilder beeinflussen und intensivieren. Außerdem ist es möglich, dass Sie auch auf Eindrücke reagieren, die Sie an Ihnen bekannte Gesichter oder Personen erinnern. Ähnlich verhält es sich mit Stress in anderen Bereichen Ihres Alltags oder auf der Arbeit, da dieser Ihr allgemeines Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit beeinträchtigt und Sie somit anfälliger für eine sekundäre Traumatisierung macht.

Halten Sie Ausschau nach diesen Anzeichen

Anzeichen einer Sekundärtraumatisierung werden leicht unterschätzt und können schnell als unbedeutend und vorübergehend abgetan werden. Natürlich ist es durchaus möglich, dass sie von kurzweiliger Dauer sind. Sollten Sie jedoch beim Arbeiten regelmäßig mit Eindrücken in Kontakt kommen, die solche Reaktionen auslösen können, oder selber ein besonders verstörendes Erlebnis gehabt haben, ist es wichtig, dass Sie Ihre Reaktionen langfristig im Auge behalten und deren Auswirkungen und Veränderungen Ernst nehmen.


PSYCHOLOGISCHE ANZEICHEN
Aufdringliche Gedanken und Bilder, die sich gegen Ihren Willen in Ihr Bewusstsein drängen
Unrealistische Ansprüche an sich selbst
Zynismus
Hoffnungslosigkeit, Verlust von Idealen und Werten
Schuldgefühle aufgrund des eigenen Überlebens/Wohlbefindens
Wut
Ekel
Angst
Unruhiger Schlaf oder Albträume
Konzentrationsprobleme
Schreckhaftigkeit
Gefühl emotionaler Taubheit
Gefühl, mit starken Emotionen überfordert zu sein
Erhöhte Sensibilität gegenüber Gewalt


VERHALTEN UND BEZIEHUNGEN
Grenzen – Schwierigkeiten damit, Arbeit vom Privatleben abzugrenzen ODER ein Gefühl von Distanziertheit, selbst während man sich mit Menschen unterhält.
Rückzug – von sozialer Interaktion oder vergnüglichen Aktivitäten.

Gemütszustand – leicht reizbar, intolerant, unruhig, ungeduldig, aufmerksamkeitsbedürftig.
Flucht (oder Suchtverhalten) – mit Hilfe von Nikotin, Alkohol, Essen, anderen Substanzen, Sex, Shoppen, Internet.


KÖRPERLICHE ANZEICHEN
Kopfschmerzen
Erschöpfung ohne offensichtlichen Grund
Magen-Darm-Probleme
Veränderungen der Essgewohnheiten (Appetitlosigkeit, Überessen, etc.)

Wie kann ich mich schützen?

Sich Ihrer Situation bewusst zu werden, ist ein erster entscheidender Schritt, um zu verstehen, was Sie durchmachen und was Sie tun können, damit es Ihnen in solchen Momenten sowie davor und danach besser geht. Es mag Ihnen widersprüchlich erscheinen, doch es ist wichtig, dass Sie Ihr Bewusstsein für das Erlebte schärfen. Beobachten Sie, ob Ihre Stimmung, Ihr Verhalten, Ihre Interaktionen und körperlichen Wahrnehmungen oder Ihr allgemeiner Gesundheitszustand sich verändern.

Anstatt Ihre Gefühle zu unterdrücken, öffnen Sie sich ihnen gegenüber mit aufgeschlossener Neugier. Dies gibt Ihnen den Abstand, den Sie brauchen, um vernünftige Entscheidungen hinsichtlich Ihrer Bedürfnisse zu treffen, sowie jegliche Art von Unterstützung, die Sie in Anspruch nehmen wollen.

Menschen, die in einer Umgebung arbeiten, in der das Risiko einer Sekundärtraumatisierung besteht, sollten besonders auf die grundlegenden Aspekte der Selbstfürsorge achten. Hier gilt insbesondere ein ausgeglichenes Maß zwischen Arbeit und Freizeit, Erholung und Ernährung, sowie Abwechslung bei der Arbeit.

Ich spüre schädliche Auswirkungen – Was kann ich tun?

  • Nehmen Sie wahr, was in Ihnen vorgeht und benennen Sie es.
  • Geben Sie sich Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten.
  • Öffnen Sie sich gegenüber Vertrauenspersonen (sagen Sie ihnen, wie Sie sich fühlen und was für Symptome Sie haben).
  • In Nachrichtenredaktionen ist „Galgenhumor” nicht unüblich. Sollten Sie jedoch bemerken, dass dieser in stärkeren Zynismus umschlägt, leiten Sie Schritte ein, mit denen Sie sich Ihrer Werte wieder bewusst werden und diese festigen, um Sinn und Hoffnung wieder herzustellen.
  • Nehmen Sie sich eine Auszeit, um zu meditieren oder andere beruhigende Atemübungen zu praktizieren.
  • Versuchen Sie es mit sogenannten Grounding-Techniken, um sich wieder zu erden.
  • Experimentieren Sie mit Aufmerksamkeitswechseln. Dies ist nicht das Gleiche, wie Gedanken oder Gefühle zu unterdrücken, sondern beinhaltet das gezielte Wechseln der Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Dingen.
  • Sobald Sie ein erhöhtes Risiko einer sekundären Traumatisierung wahrnehmen, sprechen Sie mit einem Kollegen oder einer Kollegin, damit diese nach sichtbaren Anzeichen einer Eskalation Ausschau halten können. Informieren Sie Ihren Vorgesetzten und sprechen Sie, falls gewollt, über zusätzliche Hilfe.

Methoden und Techniken für das Selbstmanagement

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PEACE-Formel
Die PEACE-Formel für Widerstandsfähigkeit ist eine leicht einprägsame Methode mit der Sie regelmäßig in sich hineinhorchen können, um herauszufinden, wie Sie Dinge angehen und wie es sich mit Ihrer Einstellung zu sich selbst verhält. Das Ziel ist es, vernünftige Entscheidungen hinsichtlich der Nutzung Ihrer Zeit und Energie zu treffen. Wenn Sie das nächste Mal mit schwierigem Material arbeiten, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um sich folgende Fragen zu stellen:

PACE – Tempo: Wie schnell arbeite ich? Kann ich dieses Tempo, diese Intensität beibehalten? Habe ich Zeit zu Reflektieren und neue Kraft zu tanken?

ENERGY – Energie: Wie verteilt sich meine Energie auf den Tag? Kann ich meine Aufgaben so organisieren, dass ich die anspruchvollsten Materialen bearbeite, wenn meine Energiereserven noch voller sind? Achte ich auf die Signale meines Körpers, wenn er mir sagt, dass meine Energiereserven leer sind?

ACCEPTING and ADAPTING – Akzeptanz und Anpassung: Wenn ich ein schwieriges Erlebnis durchmache oder ich mir zunehmend problematischer Anzeichen bewusst werde, was muss ich mir eingestehen, das ich möglicherweise unterdrückt habe? Was kann ich ändern, um meine Bedürfnisse anzuerkennen, damit ich auf lange Sicht widerstandsfähiger werde?

CHOICE – Wahl: Auf was kann ich meine Aufmerksamkeit bewusst lenken? Was kann ich (zumindest für diesen Moment) bewusst loslassen? Welche Art von Unterstützung möchte ich erhalten?

ESTEEM – Wertschätzung: Was für eine Nachricht sende ich an mich selbst? Gehe ich mit mir selbst zu hart ins Gericht, weil ich Schwierigkeiten habe, mit dem Leid umzugehen? Kann ich mir vor Augen führen, dass ich gut bin, in dem was ich tue, und dass ich nicht versage, sondern mich um meine allgemeine Widerstandsfähigkeit kümmere?

Atemübungen und andere schnelle achtsamkeitsbasierende Methoden

Übungen, bei denen Sie sich auf Ihre Atmung konzentrieren, können dabei helfen, Sie zu beruhigen, Ihre physischen Reaktionen zu regulieren und Ihnen das Gefühl geben, Halt zu finden. Die folgenden Beispiele helfen Ihnen dabei:

7/11 Atemtechnik: Atmen Sie ein und zählen dabei bis sieben. Atmen Sie danach wieder aus und zählen dabei bis elf. Wiederholen Sie das Ganze bis Sie langsam das Gefühl bekommen, wieder mehr Kontrolle zu haben. Im Anschluss atmen Sie in Ihrem gewohnten Rhythmus weiter.

Die Atemraum-Übung in drei Schritten kann vor, während oder nach einer schwierigen Aufgabe oder Zeit auf der Arbeit angewandt werden:

Bereiten Sie sich vor, indem Sie Ihre Augen komplett schließen oder den Blick leicht senken. Spüren Sie den Kontakt zwischen dem Boden und dem Stuhl zu Ihrem Körper. Achten Sie auf Ihre Füße und Ihren Rücken und begeben Sie sich in eine Sitzposition, die Ihnen ein Gefühl von Wachsamkeit und Würde verleiht.

Schritt 1
Nehmen Sie Ihre Stimmung wahr und benennen Sie sie. Nehmen Sie all Ihre Gefühle wahr und benennen Sie diese ebenfalls. Nehmen Sie jegliche Empfindungen in Ihrem Körper wahr und erkennen diese an.

Schritt 2
Konzentrieren Sie sich nun vollkommen auf Ihre Atmung. Verfolgen Sie jeden Atemzug, wie er in Ihren Körper eintritt, sich nach unten in Ihren Bauch und wieder hoch und hinaus aus Ihrem Körper bewegt. Folgen Sie für etwa eine Minute einzig Ihrem Atem.

Schritt 3
Erweitern Sie Ihr Bewusstsein auf Ihren gesamten Körper, so als würden Sie durch alle Poren Ihrer Haut ein- und ausatmen.

Um wieder aus dem Atemraum herauszutreten, spüren Sie erneut, wie Ihr Körper mit dem Stuhl und Ihre Füße mit dem Boden in Kontakt stehen. Lassen Sie das Licht langsam wieder durch Ihre Augenlider scheinen und öffnen Sie Schritt für Schritt Ihre Augen, um die Außenwelt wieder herein zu lassen.

Erden Sie sich mit Grounding

Beim Grounding handelt es sich um eine Technik, die Ihren Körper und Geist in Einklang bringt und im Hier und Jetzt verankert. Dies hilft vor allem, wenn Sie sich überwältigt fühlen. Versuchen Sie es mit einer beliebigen Kombinationen der folgenden Übungen: konzentrieren Sie sich für fünf Sekunden auf fünf Objekte in Ihrer Umgebung; spüren Sie, wie Ihr Körper den Stuhl und/oder den Boden berührt; halten Sie ein warmes oder kaltes Getränk in Ihren Händen und spüren Sie voll und ganz die Wärme oder Kälte; riechen Sie an Essen, einer Blume oder einem anderen Gegenstand; spritzen Sie sich Wasser ins Gesicht; sagen Sie Ihren Namen, Ihr Alter, wo Sie sich momentan befinden und wo Sie sich später noch befinden werden laut auf; stehen Sie auf und laufen, spüren Sie jeden Schritt; fokussieren Sie sich auf Geräusche, erst auf die in ihrer Nähe, dann auf Geräusche, die von weiter weg oder draußen kommen.

Aufmerksamkeitswechsel

Denken Sie an etwas, dass Ihnen das Gefühl von Sicherheit, Verbundenheit oder Geborgenheit gibt. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst von diesem sicheren zu dem negativen Gedanken, der Ihnen Probleme bereitet, und wieder zurück. Sprechen Sie mit sich selbst, während Sie zwischen den Gedanken wechseln! Bedenken Sie, es handelt sich hierbei nicht um eine Übung der Verdrängung, sondern um eine Übung, mit der Sie Kontrolle über das Erlebte ausüben.

Führen Sie Rituale ein, die Ihnen dabei helfen, bewusst mit der Arbeit anzufangen und wieder aufzuhören.

Inzwischen sind wir uns alle einig, dass der Begriff „Fake News“ alles andere als hilfreich ist. Ohne eine Alternative bleibt uns jedoch nichts Anderes übrig, als ihn trotzdem ungeschickt und mit Anführungszeichen versehen zu verwenden. Auch einen alternativen Ausdruck zu finden ist problematisch, denn es geht hier um mehr als nur um Nachrichten. Es geht um das gesamte Informations-Ökosystem. Hinzu kommt, dass das Wort ‚fake‘ (zu Deutsch ‚falsch‘) nicht einmal ansatzweise die Komplexität der verschiedenen Arten von Fehlinformationen und Desinformationen widerspiegelt. Fehlinformationen beschreiben das unbeabsichtigte Verbreiten von falschen Informationen, Desinformationen hingegen das absichtliche Erfinden von wissentlich falschen Informationen und deren Verbreitung.

Um das aktuelle Informations-Ökosystem besser zu verstehen, müssen wir die folgenden drei Aspekte genauer aufschlüsseln:

  • die verschiedenen Arten von Inhalten, die erstellt und verbreitet werden
  • die Beweggründe derjenigen, die solche Inhalte erstellen
  • die Art und Weise, wie diese Inhalte verbreitet werden

All das ist wichtig. Denn wie Danah Boyd in einem ihrer aktuellen Artikel zusammenfasst: Wir befinden uns im Krieg. Einem Informationskrieg. Natürlich sollten wir uns Sorgen machen, wenn Menschen (einschließlich Journalisten) unwissentlich Fehlinformationen verbreiten. Weitaus besorgniserregender sind jedoch die systematisch geplanten Desinformationskampagnen, mit denen vorsätzlich falsche Informationen in Umlauf gebracht werden. Bisherige Versuche, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, waren auf Übertragungstechnologien angewiesen, die auf dem ‚One-to-Many‘-Prinzip basieren (d.h. Inhalte werden von einem Ort aus oder von einer Person an mehrere Orte oder Personen übertragen). Soziale Netzwerke ermöglichen hingegen die gezielte Verbreitung von propagandistischen „Informationsteilchen“. Diese erreichen somit genau die Nutzer, die eher dazu neigen oder gewillt sind, bestimmte Nachrichten und Inhalte anzunehmen und sie weiterzuverbreiten.

Sobald diese Personen unwissentlich Artikel, Bilder, Videos oder Memes, die irreführend oder sogar erfunden sind, geteilt haben, erscheinen diese auf dem Social Media Feed ihrer Kontakte. Diese vertrauen aller Wahrscheinlichkeit nach der Person, die den ursprünglichen Post erstellt hat und teilen diesen daraufhin selbst. Diese ‚Informationsteilchen‘ rasen dann mit Höchstgeschwindigkeit durch das Informations-Ökosystem, angetrieben von den scheinbar vertrauenswürdigen Peer-to-Peer-Netzwerken. Dies ist weitaus besorgniserregender als die von profitgierigen mazedonischen Teenagern erstellten Webseiten für Fake News.

Die verschiedenen Arten der Fehl- und Desinformationen

Vergangenen November befasste ich mich mit den verschiedenen Arten fraglicher Informationen, die ich während der US-Präsidentschaftswahl im Umlauf gesehen hatte. Seither versuche ich eine Typologie zu erstellen (und möchte mich an dieser Stelle bei Global Voices für die Hilfe bei der Weiterentwicklung meiner Definitionen bedanken). Meiner Meinung nach gibt es sieben unterschiedliche Arten von problematischen Inhalten in unserem Informations-Ökosystem. Diese können auf einer Skala eingeordnet werden, die grob abmisst, wie stark oder schwach die Täuschungsabsicht ist.

Desinformationen

Warum werden diese Inhalte erstellt?

Wenn wir ernsthaft Lösungen für diese Probleme entwickeln wollen, müssen wir auch darüber nachdenken, wer die verschiedenen Arten von Inhalten erstellt und warum.

Anfang Januar besuchte ich einen Vortrag von Eliot Higgins in Paris, in der er vier ‚Ps‘ vorstellte, die die verschiedenen Beweggründe für das Erstellen solcher Inhalte erklären. Ich habe hierüber lange nachgedacht und zusätzlich zu Eliots ursprünglichen Beweggründen vier weitere Ps hinzugefügt: poor journalism, d.h. schlechter Journalismus, Parodie, Provokation, Passion, Parteilichkeit, Profit, politischer Einfluss oder politische Macht und Propaganda.

Die Arbeit an diesen Kategorien ist noch nicht abgeschlossen. Dennoch lassen sich durch deren Aufschlüsselung und Vergleich miteinander bereits deutliche Muster erkennen, die nahelegen, dass bestimmte Arten von Inhalten für bestimmte Zwecke erstellt werden.

Desinformationen Checkliste

Verbreitungsmechanismen

Letztlich müssen wir auch in Betracht ziehen, auf welche Weise diese Inhalte verbreitet werden. Manche werden unabsichtlich auf sozialen Netzwerken von Menschen verbreitet, die auf ‚Teilen‘ klicken, ohne die Fakten zu prüfen. Andere werden von Journalisten vervielfältigt, die heute mehr denn je unter Druck stehen, Informationen aus dem Social Web zu entschlüsseln und sorgfältig und in Echtzeit über diese zu berichten. Wiederum andere werden von entfernt miteinander vernetzten Gruppen in Umlauf gebracht, die absichtlich versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Zu guter Letzt gibt es Informationen, die im Rahmen professionell organisierter Desinformationskampagnen mithilfe von Bot-Netzwerken und Troll-Fabriken verbreitet werden. (Wie Sie sehen können, bräuchte ich eine 3D-Matrix, um meine Graphen abzubilden und diese mit den verschiedenen Verbreitungsmechanismen abgleichen zu können.)

Dieser Artikel auf Buzzfeed verdeutlicht, wie eine Gruppe von Trump unterstützenden Teenagern sich online zusammengefunden hat, um die französischen Wahlen im April zu beeinflussen. Sie verwenden gemeinsame Ordner mit teilbaren Meme-Vorlagen, sogenannte ‚Meme-Shells‘, die es selbst denjenigen ohne Französischkenntnisse erlauben, Grafiken in Hashtag-Streams zu verbreiten. Es ist heutzutage für entfernt miteinander vernetzte Gruppen unglaublich leicht, mithilfe von kostenfreien Tools ihre privaten Nachrichten zu koordinieren und sich so zu mobilisieren.

Das koordinierte und konstante Übermitteln von Nachrichten kann unser Gehirn leicht täuschen, da es aufgrund der überwältigenden Masse an Informationen, die tagtäglich an unseren Augen vorbeirast, ohnehin schon erschöpft ist und immer mehr auf heuristische Schlussfolgerungsmethoden angewiesen ist. Somit werden mehrere Nachrichten zum gleichen Thema von unserem Gehirn als glaubwürdig interpretiert. Wir sagen uns, es muss wahr sein – ich habe diese Behauptung heute bereits mehrere Male gesehen.

Auch mit visuellen Inhalten gehen wir weitaus weniger kritisch um. Das gleiche gilt für Informationen, die mit unseren bestehenden Ansichten übereinstimmen und diese bestätigen. Und letztlich ist unser durch den Informationsüberfluss bereits erschöpftes Gehirn viel leichter zu beeinflussen.

Was können wir tun?

Wir spielen alle eine fundamentale Rolle in diesem Ökosystem. Jedes Mal, wenn wir passiv Informationen akzeptieren oder Posts, Bilder und Videos teilen, ohne diese zu überprüfen, tragen wir zu dem Lärm und der Verwirrung bei. Das Ökosystem ist inzwischen so verseucht, dass wir Verantwortung übernehmen und eigenständig die Inhalte überprüfen müssen, die wir im Internet sehen.

In den Wochen nach der US-Wahl beobachteten wir, wie Journalisten die Erschaffer von Fake News ausfindig machten. Diese Erschaffer hatten laut eigenen Angaben eines gemeinsam und zwar versuchten sie, links geneigte Menschen mit ihren Nachrichten zu täuschen, scheiterten aber letzten Endes. Einer dieser Fake-News-Erschaffer, Jestin Coler, verriet der Nachrichtenorganisation NPR: „Wir haben Ähnliches mit den Liberalen versucht. Doch es hat nie funktioniert, konnte nie Fuß fassen. Man wird innerhalb der ersten zwei Kommentare entlarvt und dann verläuft sich das Ganze einfach im Sand.“

Doch die Überlegenheit der Liberalen beim Aufdecken von Fake News erwies sich als kurzweilig. Seit der Amtseinführung von Trump sehen wir, wie beide Seiten falschen Informationen auf den Leim gehen und diese weiterverbreiten. Dass die Linken genauso menschlich sind wie die Rechten, veranschaulicht nicht nur dieser Meme-Generator für Trump-Verfügungen oder die Tatsache, dass bislang niemand die ‚bösartigen‘ Twitter-Accounts eigenständig verifizieren konnte. Es zeigt sich auch darin, dass Nutzer einen Post von Jill Steins Parodie-Account retweeteten, weil sie sich verzweifelt wünschten, er wäre wahr und behaupteten, Vize-Präsident Pence hätte einen Tweet gelöscht, der das Einreiseverbot für Muslime verurteilt, obwohl dieser seit Dezember auf seiner Timeline sichtbar ist. Wenn Menschen wütend sind und sich fürchten, schwindet ihre Fähigkeit kritisch zu denken dahin.

Craig Silverman war bei der Radiosendung ‘On the Media’ zu Gast und sprach über die Notwendigkeit für emotionale Skepsis. Dem kann ich nur zustimmen. Hier geht es nicht nur darum, mehr Projekte für Nachrichtenkompetenz zu finanzieren, sondern den Menschen beizubringen, ihre instinktiven Reaktionen zu hinterfragen. Wenn Sie ein bestimmter Inhalt besonders wütend macht oder Sie sich auf die eigene Schulter klopfen (weil jemand ihren Standpunkt bestätigt), schauen Sie noch einmal genauer hin.

Beim Essen wird einem geraten, man sollte 20 Minuten warten bevor man sich Nachschlag nimmt, da es eine Weile dauert bis das Gehirn die Signale vom Magen empfangen hat. Für Informationen gilt ein ähnliches Prinzip. Sie müssen nun nicht unbedingt 20 Minuten warten bis Sie auf ‚Teilen‘ klicken, doch 2 Minuten wären wahrscheinlich schon ratsam.

Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase. Um die Situation, in der wir uns befinden, voll und ganz begreifen zu können, müssen wir den Ernst der Lage erkennen und wissen, was wir eigentlich bekämpfen. Mit dem Begriff „Fake News“ um uns zu schmeißen, wird uns nicht weiterbringen – selbst wenn wir ihn in Anführungszeichen setzen.

Sollten Sie an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert sein, schauen Sie sich meine fortlaufende Liste mit englischsprachigen Artikeln an.

Es ist selten möglich, bei allen Schritten eine 100% sichere Aussage zu treffen. Deswegen werden die Schritte in abgestuften Ampelfarben dargestellt.

Visuelle Kurzanleitung zur Verifizierungvon Videos

Im vergangenen November schrieben wir über die vorläufigen Ergebnisse unserer Recherchen über Traumatisierung in Redaktionen. In diesem Artikel veranschaulichen wir, dass Trauma ein Thema ist, welches Manager ernst nehmen sollten. Besonders dann, wenn Journalisten, Fotos oder Videos verwenden, die von Augenzeugen weltweit mit Smartphones aufgenommen wurden. Diese Journalisten hatten Bedenken, ihren Managern gegenüber zugeben zu müssen, dass es Ihnen schwer fällt, täglich mit erschreckenden Bildern konfrontiert zu werden.

Wir haben nun die gesamten Suchergebnisse des Berichts veröffentlicht – “ Sekundäre Traumata sind primäre Probleme:: Eine Studie von Augenzeugen-Medien und Traumata an der digitalen Front“. In dem Bericht fordern wir das Management von Nachrichtenorganisationen dazu auf, ihren Journalisten Trainings als etwas Selbstverständliches zur Verfügung zu stellen – auf die gleiche Weise wie diese nun Training für Krisenregionen anbieten.

Warum stellen wir diese Forderung? Weil die Ergebnisse zeigen wie viele traumatische inhalte Journalisten sehen, die mit sozialen Medien arbeiten. Mehr als die Hälfte der gefragten Journalisten sehen erschreckende Augenzeugen-Medien mehrmals die Woche.

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Die Häufigkeit der Aussetzung graphischer Bilder können ernste Auswirkungen auf die Journalisten haben

Außerdem zeigten unsere Interviews, dass jene Journalisten, die bei Organisationen beschäftigt waren, welche das Arbeiten mit erschreckenden Bildern als eine ernstzunehmende Angelegenheit für ihr Personal anerkannten, ihre Organisationen stärker wertschätzen. Jene, die für Organisationen arbeiten, die es nicht als Thema ansehen, dass mit Kollegen zu besprechen sei, litten mehr unter Stress oder zogen sich von erfolgreichen Karrieren zurück. Die Nichtanerkennung dieses Themas wird zu einem Personalthema.

Den Arbeitgeber zu wechseln ist jedoch eine große Herausforderung. Dies ist ein Thema, an dem wir bei Eyewitness Media Hub arbeiten werden. Unser Ziel ist es, Organisationskoalitionen zu bilden, die sich diesem Thema annehmen und Erfahrungen teilen sowie Bewusstsein schaffen. Das ist eines unserer Hauptziele für 2016.

Wir möchten hier jedoch den Schwerpunkt auf einige Tipps von Journalisten lenken, die regelmäßig mit Augenzeugen-Medien arbeiten und traumatische Inhalte sehen. Sie beantworten folgende Frage: “Ich arbiete an der digitalen Front, ich habe gerade viele erschreckende Inhalte gesehen. Wie kann ich mich selbst schützen?”

1. Beschränken Sie die Belastung durch Geräusche

Ein Journalist für soziale Medien sagte uns: “Geräusche machen die Auswirkung realer“. Das war ein Thema, das wir wieder und wieder hörten, als wir mit Journalisten sprachen, die an der digitalen Front arbeiten. Leute sprachen von den erschreckenden Bildern, die sie gesehen hatten, aber bemerkten, dass das Hören der Gewalt oder das Schreien der Leute in Todesgefahr um ihr Leben zu retten den Schrecken ausmachten, den sie so noch genauer wahrnahmen.

“Normalerweise sehe ich das Video ohne Ton an, nachdem ich es das erste Mal gesehen habe, denn so weiß ich, ob darin irgendetwas relevant ist oder nicht“, sagt uns eine Person. “Ich mache dann immer den Ton aus, da es mit Ton schrecklicher ist, es anzusehen.”

Eine andere Person betonte: “Wenn ich einige Links anklicke, dann habe ich die Kopfhörer ausgemacht, ich habe das Audio auf leise gestellt“.

Wenn Sie denken, dass das Ansehen von Augenzeugen-Medien traumatisch sein könnte oder erschreckend, dann sollten Sie das Audio nur anhören, wenn es wirklich notwendig ist.

2. Überraschungen machen das Ansehen von erschreckenden Bildern traumatischer

“Unerwartete Ereignisse machen es schlimmer. Wenn Sie wissen, was Sie erwartet – Blut, Mord – dann ist es zwar nicht einfach, es anzusehen, aber ein wenig besser, wenn man weiß was was auf einen zukommt“.

Oft erzählen uns Journalisten von dem Probelm, traumatischen Inhalt zu sehen, auf den sie nicht vorbereitet waren. Das Problem wird durch die derzeitigen Arbeitsabläufe in Redaktionen verschärft, was bedeutet, dass alle Personen, die in der Redaktion arbeitet Zugang zu jedem einzelnen Bild haben. Informationssammlung mittels sozialer Medien bedeutet, dass jemand erschreckende Bilder ansieht, auf die er nicht vorbereitet war – aber Arbeitsabläufe sollten verhindern, dass die Überraschung nicht aus den Redaktionen kommt.

Stellen Sie sicher, dass verstörender Inhalt als solcher gekennzeichnet ist, wenn er auf einem Redaktionsserver gestellt wird und wenn Sie Inhalte mit Kollegen teilen, dann sagen Sie ihnen dass sie den Inhalt als erschreckend empfinden, bevor Kollegen sich ihn anschauen.

3. Manager, helfen Sie ihrem Personal über verstörende Inhalten zu sprechen.

Unsere Recherche zeigt, dass Mitarbeiter, die traumatischen Inhalten ausgesetzt waren, eher dazu neigten, nicht mit ihren Managern zu reden, als andere, die diese Inhalte nicht sahen.

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Journalisten müssen in der Lage sein, über die Auswirkungen von traumatichen Bildern zu sprechen, wenn sie diese Erfahrung richtig verarbeiten wollen

Von den befragten Journalisten gaben 35 Prozent an, dass sie durch das Ansehen schrecklicher Inhalte in ihrem persönlich Leben betroffen seien und dass sich dabei wohl fühlen würden, mit ihrem Manager darüber zu sprechen. Dies führte zu 68 Prozent jener, die nicht das Gefühl hatten, dass sie von den Inhalten betroffen wären.

In unseren Interviews stellten wir fest, dass Journalisten, die in ihren Organisationen mit ihren Managern über die traumatischen Auwirkungen durch das Ansehen schrecklicher Inhalte zu sprechen, eher positiv über ihre Organisation sprachen. Ein Manager in der Leitung eines Teams, das häufig mit traumatischernBildern konfrontiert ist: “Ich versuche mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn jemand bemerkt, dass man selbst richtig betroffen ist, dann lässt einen das zugänglicher erscheinen.”

Arbeiten Sie an einer Arbeitsplatzkultur, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen, über die Auswirkungen durch das Ansehen traumatischer Bilder zu sprechen.

4. Arbeiten Sie nur dann mit traumatischem Inhalten, wenn dieses auch verwendet werden.

Ein Journalist teilte uns Folgendes im Interview mit: “Sie kommen nicht zum Journalismus, um Geld zu machen. Sie kommen zum Journalismus, um Geschichten zu erzählen, um Veränderungen herbeizuführen, um Einfluss zu nehmen. Wenn Sie fühlen, dass Sie nichts verändern, dann betrifft Sie das auf beachtliche Weise.”

Die Überprüfung von Informationen ist ein langer manueller Prozess, der bedeuten kann, dass man ein Video von Szene zu Szene durchgehen muss. Das kann besonders belastend und erschreckend sein, wenn das Video traumatische Ereignisse zeigt. Wie uns ein anderer Journalist sagte: “Ich fühle mich mehr depremiert, wenn ich durch viele Augenzeugen-Medien geheund diese dann nicht verwendet werden.”

Fragen Sie nur dann einen Social Media-Spezialisten, Inhalte von traumatischen Ereignissen zu finden oder zu überprüfen, wenn diese wirklich in der Berichterstattung verwendet werden.

5. Finden Sie Mechanismen zur Bewältigung ihrer Erfahrungen

Interviewpartner gaben die verschiedenen Mechanismen an, die sie nach dem Ansehen der erschreckenden Augenzeugen-Medien anwandten, um diese zu bewältigen.

Im Büro gehören dazu: “Offenhalten eines [Browser] Fensters, das einen Rudel niedlicher Hunde zeigt”, “Taylor Swifts Instagram Feed ansehen”, “Aus dem Büro gehen und mit einem Freund spazieren gehen und reden”. Die Mechanismen waren unterschiedlich, aber sie funktionierten für den jeweiligen Interviewpartner.

Verschiedene Bewältigungsmechanismen funktionieren für verschiedene Personen. Journalisten sollten sich darüber Gedanken machen, was für sie funktioniert und Manauger sollte das verstehen und sie unterstützen.